Radwallfahrt zur Wirkungsstätte des
selig gesprochenen Franz Jägerstätters

 
 
 
 
 

 

Die Katholische Männerbewegung lädt seit der Seligsprechung Franz Jägerstätters alle Jahre zur Wallfahrt nach St. Radigund, ca. 50 km  nordwestlich von Salzburg. Unter den 120 Teilnehmern waren diesmal auch drei Tiroler dabei.
So wie beim Pfarrgemeindekongress traten die Katholische Männerbewegung und das Männerforum in der Diözese gemeinsam in die Pedale, diesmal Wort wörtlich. Mit dem Zug von Innsbruck nach Salzburg startete das kleine Team direkt ab dem Salzburger Bahnhof mit den Rädern. Entlang der Salzach war nach ca. drei Stunden die Wirkungsstätte Franz Jägerstätters erreicht. Im Vortrag Hans Joachim Sander wurde das Besondere im Leben des Märtyrers herausgearbeitet:
„…sein Glaubenszeugnis ging auch über den Glauben hinaus. Es reicht an das, wofür dieser Glaube steht – für eine Lebensform, die das Böse überwindet. Diese Lebensform ist nicht allein an den christlichen Glauben gebunden, wohl aber an die Auferstehung. Es spielt für diese Lebensform nicht die entscheidende Rolle, ob jemand Christ ist oder nicht Christ. Es spielt vielmehr die entscheidende Rolle, ob er oder sie der Macht des Bösen widersteht, die sich besonders im Krieg Raum schafft.
Dieser Macht kann man nicht mit Macht besiegen, das lehrt das Beispiel von Tilly und seinesgleichen. Aber dieser Macht kann man mit einer Macht aus der Ohnmacht widerstehen, die in der Macht des Todes steckt. Diese Macht, die der Ohnmacht Raum gibt und sie sichtbar macht, tastet jene Macht an, der ein Krieg immer huldigt – die Macht, die von der Ohnmacht der Unterlegenen lebt, also die Macht des Sieges. Der Sieg ist im Krieg eine Utopie und dieser Utopie wird gehuldigt und geopfert, selbst dann noch, wenn offenkundig geworden ist, dass es im Krieg keine Sieger gibt, wohl aber Verlierer. Die Utopie des Sieges ist das Material der Verführung, mit der die Bosheit im Krieg auftritt. Diese Utopie ist kaum zu brechen, aber man kann sie konfrontieren mit den Orten, an denen die Gewalt des Krieges so sichtbar wird, dass sie unausweichlich im Raum steht. Das sind die Schlachtfelder der gefallenen Soldaten, die Folterkammern der Opponenten des Krieges, die Vergewaltigungsplätze der Zivilbevölkerung, die Hinrichtungsstätten der Kriegsdienstverweigerer.
Mit diesen Orten ist Jägerstätters Lebenszeugnis verbunden. Er hat selbst sein Leben in einer Hinrichtungsstätte verloren. Solche Orte schmerzen, weil sie die anklagen, die mit gemacht haben, die den Krieg gebilligt haben, die ihren Widerstand verschwiegen haben. Von daher ist Franz Jägerstätter ein befremdlicher Heiliger. Es schadet nicht, ihn zur Ehre der Altäre zu erheben, aber das Heldentum, wovon sein Lebenszeugnis kündet, erschöpft sich nicht mit dieser Ehre. Es gibt vielmehr jenem menschlichen Leben die Ehre, das von Mächten des Todes in die Ohnmacht des Untergangs geschickt wurde. Es ist eine Lebensressource, dieser Ohnmacht Respekt zu bezeugen, weil das der Verführungsqualität des Krieges widersteht. Das macht aus dem Mann des Krieges einen Anti-Kriegs-Held. So lange dieses Erbe von Jägerstätters Leben nicht an die Menschheit übergegangen ist, ist die Erinnerung an ihn nicht abgegolten. Aber dafür sind Sie hier ja da.“

klompletter Vortragstext


Adolf Stüger, Andreas Cia


Heinz Poschl, Adolf Stüger


Hans Joachim Sander

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